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TopMagazin4_2012

24 T O P B U S I N E S S Ein 56 Hektar großes Areal am Nordufer des Rheinbogens in Reisholz bietet sich für den Ausbau zum trimodalen Logistik- drehkreuz an. Die Fläche ist bereits als Industriegebiet ausgewiesen. „Aufgrund der hervorragenden Lage und der direkten Anbindung an Wasser, Schie- ne und Straße kann aus dem Reisholzer Hafen einer der modernsten Binnenhä- fen Europas werden. Zwischen den Nie- derlanden und der Schweiz gibt es keine zweite derartige Fläche direkt am Rhein“, Neu anzulegende Kaianlagen wären auch für große Containerbinnenschiffe der sogenannten Jowi-Klasse (bis 135 Meter lang und 17,50 Meter breit) geeignet. Die Planung sieht zudem den Bau eines neu- en Bahnterminals vor, um den Umschlag auf die Schiene zu ermöglichen. Zu den Initiatoren dieses Projekts gehört unter anderem der Industriekreis Düssel- dorf. Erste Ideen wurden im Rahmen des Masterplans Industrie schon Ende letz- ten Jahres vorgestellt. Gemeinsam mit dem Industriekreis Düsseldorf, der Stadt Düsseldorf und der Industrie- und Han- delskammer Düsseldorf arbeiten die Ver- antwortlichen der Neuss Düsseldorfer Häfen an einer Verwirklichung der Aus- baupläne. Thomas Düttchen, NDH-Pressereferent, macht deutlich, dass alle Beteiligten brei- ten Konsens in der Bevölkerung erzielen möchten. „Wir suchen den Dialog mit Anwohnern, interessierten Bürgern und möglichen Investoren. Unser Ziel ist die größtmögliche Transparenz bei der Pro- jektplanung.“ Bedenken gibt es derzeit auf Seiten der Anwohner, die eine Lärmbelästigung fürchten. Umweltschützer haben die Tier- und Pflanzenwelt im Auge, die sich auf der Brache angesiedelt haben. „Sobald die Ergebnisse der Voruntersu- chung einen konkreten Bedarf zeigen, wird eine Projektgesellschaft gegründet. Diese kann voraussichtlich Anfang 2013 eine zweistufige Machbarkeitsstudie in Auftrag geben“, erklärt Ralf Schopp. „Ers- te Ergebnisse sind dann Ende 2013, An- fang 2014 zu erwarten.“ Die Grundstückseigentümer Shell und RWE haben bereits Verkaufsbereitschaft signalisiert. Das brachliegende Gelände der Mineralölgesellschaft Shell ist allerdings seit dem Zweiten Weltkrieg stark kontaminiert. Eine fachgerechte Versiegelung der Fläche mit der Möglich- keit, eventuelle zukünftig verfügbare Technologien zur Dekontaminierung ein- zusetzen, mache die Nutzung jedoch möglich, so Schoppe. Einen Zeitpunkt für die Fertigstellung sieht der Projektleiter in etwa vier bis fünf Jahren. Dann wäre die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Düsseldorf und der Region nachhaltig gesichert. Ulrike Keller-Hümbs „D.Port“: Logistikdrehkreuz am Rhein Hafenausbau Düsseldorf-Reisholz Hafenplan Reisholz Die europäischen Binnenhäfen stehen vor der Herausforderung, mit dem kontinu- ierlichen Ausbau der großen Seehäfen Zeebrugge, Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen (ZARA-Häfen) Schritt zu halten. Experten prognostizieren eine Verdrei- fachung des heutigen Containeraufkommens an der Rheinmündung bis zum Jahr 2030. Ohne eine adäquate Anpassung der Infrastruktur in den deutschen Binnen- häfen würde der Güterverkehr ab der deutsch-niederländischen Grenze auf die Straße verlagert. Nur mit dem Ausbau trimodaler Standorte können die erwarteten Gütermengen bewältigt werden. Für die Neuss Düsseldorfer Häfen hat die Entwicklung des Reisholzer Hafens zum „D.Port“ daher große Priorität. betont Ralf Schopp, Projektleiter Hafen Reisholz. Zu den Pluspunkten gehört in Reisholz unter anderem die Lage direkt am Strom. Ohne zeitaufwändige Manöver in Hafen- becken könnten Schiffe mit Hilfe zweier Container-Kranbrücken schneller be- und entladen werden. In unmittelbarer Nähe angesiedelte Logistiker und Großunter- nehmen wie Henkel würden von kürze- ren oder vereinfachten Transportwegen profitieren. ■

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