Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download

TopMagazin4_2012

ANZEIGE B U S I N E S S RA Markus Jansen - Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, Mediator Das „Mediationsgesetz“, ist seit dem 26. 7. 2012 in Kraft. Es schafft neben bereits bestehenden Regelungen wichtige Vor- aussetzungen für eine effiziente Konflikt- beilegung. Der Mediator ist zur Ver- schwiegenheit verpflichtet und hat ein gesetzliches Zeugnisverweigerungsrecht in etwaigen späteren Gerichtsverfahren. Die Parteien können sich daher vorbe- haltslos auf die Mediation einlassen. Eine in der Mediation geschlossene Vereinba- rung kann weiterhin z.B. durch Protokol- lierung bei Gericht oder durch Abschluss eines so genannten „Anwaltsvergleichs“ Vollstreckbarkeit erlangen. Außerdem ist die Verjährung gehemmt, so dass wäh- rend der Mediation kein Rechtsverlust droht. Konkrete Vorgaben für den Ablauf des Mediationsverfahrens macht das neue Gesetz allerdings nicht. Die dadurch gewonnene Gestaltungsfreiheit ist zu be- grüßen und als Gewinner dürfen sich die Rechtssuchenden fühlen, da die Begriff- lichkeiten geklärt sind und der Weg zur mediativen Streitbeilegung sowohl inner- als auch außergerichtlich geebnet ist. Dies wird die Akzeptanz der Mediation insgesamt fördern. Vielleicht muss nun auch die Rechtsan- waltschaft über ihr Berufsverständnis nachdenken und überlegen, ob es noch zeitgemäß ist, stets als streitbarer Kämp- fer im Dienst des Mandanten in den Ge- richtsaal zu ziehen, um dort um den Sieg zu ringen. ■ Mediationsgesetz in Kraft Mediation scheint mir insbesondere so- wohl in wirtschafts- als auch in familien- rechtlichen Konflikten vielfach das wei- chere und damit den Parteien langfristig dienlichere Streitbeilegungsverfahren zu sein, in dem die Konfliktparteien zudem Tempo und Inhalt der Verhandlungen selbst bestimmen, anstatt langwierige und fremdgelenkte Gerichtsverfahren zu führen. Der Mediator hält sich im Hintergrund und unterstützt lediglich die Artikulati- on der Parteiinteressen, die die Basis für die einvernehmliche Einigung bilden sol- len. Die Konfliktparteien wissen meist selbst am besten, welche Bedürfnisses hinter ihren Positionen stehen und wie der Konflikt zu lösen ist, so dass oftmals geschickte Verhandlungsleitung durch einen geschulten Mediator von größerem Erfolg gekrönt wird als stures Beharren auf Rechtspositionen in Gerichtssälen. Ein weiterer Bereich in dem Mediations- verfahren eigentlich immer erfolgreich durchgeführt werden können, ist der in- nerbetrieblichen Bereich von Unterneh- men. Immer wieder auftretende Konflikt- fälle sind z.B. Führungskonflikte zwischen Abteilungen, Teamkonflikte mit Mobbing, Missmanagement in sozialer Organisati- on sowie Konflikte zwischen Firmeninha- ber und Management. Die durch diese Konflikte entstehenden Kosten sind im- mens. Sie entstehen z.B. durch im Streit entgangene Arbeitszeit, Produktivitäts- verlust, Verlust von Kunden, Kündigung guter Mitarbeiter. Mediation senkt Konf- liktkosten massiv und fördert die Zusam- menarbeit und Effizienz im Unternehmen. Dazu kommt: die Mitarbeiter fühlen sich mit ihren Konflikten und Sorgen ernst genommen. Das neue Gesetz leitet einen Umbruch im deutschen Recht ein und hat die Chan- ce, den Paradigmenwechsel im deut- schen Recht einzuläuten, den das Bun- desverfassungsgericht bereits 2007 gefor- dert hat: Demnach ist eine einvernehm- liche Lösung einem Gerichtsurteil vorzu- ziehen.

Pages