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TopMagazin4_2012

M E E R B U S C H Herr Bürgermeister Spindler, Sie sind in Göttingen geboren, wie kamen Sie nach Meerbusch? Meine Eltern sind mit mir im Jahr 1964 in die damalige Gemeinde Büderich gezo- gen. Ich war damals erst 14 Jahre alt. Seit- dem bin ich hier zu Hause und fühle mich rundum wohl. Sie sind Rechtsanwalt und seit 13 Jah- ren Bürgermeister der Stadt Meerbusch. Was hat Sie damals dazu bewogen, sich der Wahl zum hauptamtlichen Bürger- meister der Stadt zu stellen? Ich habe mich von Jugend auf für Politik interessiert und politisch engagiert. Als 1999 die klassische Doppelspitze von Stadtdirektor und ehrenamtlichen Bür- germeister zu einem Amt verschmolzen wurde, habe ich das als Herausforderung verstanden und kandidiert. In dieser Zeit hat sich in Meerbusch viel verändert. Was vermissen Sie, welche Entwicklung ist positiv verlaufen? Meerbusch kann sich glücklich schätzen: Die Stadt hat sich im vergangenen Jahr- zehnt vom nahezu reinen Wohnstandort zwischen drei Großstädten ganz gezielt zu einer modernen Kommune entwickelt, die sowohl attraktive Wohnlagen als auch interessante Arbeitsplätze bietet. Nam- hafte Unternehmen haben sich bei uns mit ihren Deutschland- und Europazent- ralen niedergelassen. Rund 12.000 Men- schen finden inzwischen bei Meerbu- scher Firmen und Betrieben Arbeit. Das macht uns auch im Wettbewerb der regi- onalen Kommunen stark. Was zeichnet Meerbusch denn als Wirt- schaftsstandort aus? In erster Linie ist es unsere zentrale, be- vorzugte Lage am Rhein, in unmittelba- rer Nachbarschaft zur Wirtschaftsmetro- pole Düsseldorf. Infrastruktur und Ver- kehrsverbindungen sind optimal. Bei uns finden Firmen beste Grundlagen für gute Geschäfte. Nicht zuletzt spricht eine Viel- zahl der so genannten „weichen Stand- ortfaktoren“ für Meerbusch: Städtisches Flair, ländliche Gemütlichkeit, Sportmög- lichkeiten, Vereinsleben, Kulturangebot, Bildungseinrichtungen - diese Mischung macht Meerbusch auch für die Mitarbei- ter ansiedlungswilliger Firmen als Ort attraktiv, an dem sie arbeiten und zudem gut leben können. Auch Meerbusch muss sich den Proble- men, die der demografische Wandel mit sich bringt, stellen. Der Anteil der über 65-Jährigen steigt, der der unter 18-Jäh- rigen nimmt ab. Was macht Meerbusch für junge Familien interessant? Im Prinzip treffen die gleichen Faktoren, die ambitionierte Unternehmen zu uns locken, auch auf Familien zu. Meerbusch bietet einfach eine Vielzahl von Möglich- keiten: hochwertiges Wohnen, gepflegtes Umfeld, hohes Bildungsniveau, gute Ein- kaufsmöglichkeiten, gute Schulen und Sportanlagen. Wir investieren Millionen in Kinderbetreuungseinrichtungen. Die Menschen hier sind weltoffen und rhei- nisch gesellig. In Meerbusch können El- tern ihre Kinder getrost gut aufwachsen lassen. Meerbusch ist eine der wenigen Städte, die eine Partnerschaft mit einer japani- schen Stadt pflegen. Wie kam es dazu? Als vor zwei Jahren im Rathaus mehrere Anfragen interessierter internationaler Kommunen eingingen, hat uns das sehr gefreut. Aber wir haben auch gemeinsam mit der Politik diskutiert, ob wir überhaupt eine weitere Städtepartner- schaft eingehen sollen und wenn ja wel- che. Mit Blick auf die Tatsache, dass die Japaner in Meerbusch mit fast 800 Men- schen die größte ausländische Bevölke- rungsgruppe stellen, fiel die Wahl sehr schnell auf Japan. Über das japanische Generalkonsulat in Düsseldorf kam der Kontakt zu unseren neuen Freunden in Shijonawate bei Osaka zustande. Die ers- ten Begegnungen waren spannend und lassen auf einen interessanten Austausch hoffen. Welche Vorteile für die Stadt hätte Ih- rer Ansicht nach die Realisierung eines Hotelprojekts auf dem Gelände von Haus Meer? Seit Jahrzehnten ringen wir um eine Nut- zung für das historische Areal, die sowohl wirtschaftliche als auch ideelle Aspekte hinreichend berücksichtigt. Etliche Plä- ne wurden in der Vergangenheit schon zerredet, wertvolle Zeit ist zerronnen. Der jetzige Zustand des Geländes kann niemanden zufriedenstellen – auch wenn sich der Förderverein überaus lobens- wert für die Herrichtung und Erhalt des Parks einsetzt. Ohne tragfähiges Konzept und ein zugkräftiges Bauprojekt aber kann es auf Dauer nicht gehen. Wir wol- len Haus Meer langfristig für die Öffent- lichkeit zugänglich und erlebbar machen. Mit dem jetzt vorgelegten Entwurf eröff- net sich diese Möglichkeit. Diese Chance müssen wir nutzen. Wenn Sie einen Wunsch frei hätten: Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Stadt Meerbusch? Ich wünsche mir, dass sich die Meerbu- scher in ihrer Stadt auch künftig wohl- fühlen, dass sie auf wirtschaftlich guter Basis hier bei uns leben und ihre Zukunft gestalten können. Gibt es einen Platz in Meerbusch, den Sie besonders mögen? Das ist ganz klar der Rhein mit seiner wunderbaren Landschaft. Hier finde ich am besten Ruhe und Entspannung. Ulrike Keller-Hümbs Der CDU-Politiker ist seit 1999 hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Meerbusch und damit nicht nur Verwaltungschef, sondern auch Vorsitzender des Meerbu- scher Rates. Sein Amtssitz ist das Rathaus in Büderich an der Dorfstraße. Spindler, Jahrgang 1950, ist verheiratet und hat zwei Kinder. ■ Dieter Spindler, Bürgermeister der Stadt Meerbusch 36 T O P

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