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TopMagazin4_2012

M E E R B U S C H T O P 39 Haus Meer – ein Identifikationsobjekt für die Stadt Meerbusch: Allerdings wurde fast 40 Jahre lang über verschiedene Nutzungs- möglichkeiten diskutiert, ohne einen Kon- sens zu erzielen. Die aktuelle Planung sieht die Errichtung eines Luxushotels auf dem Areal der historischen Klosteranlage vor. Langsam keimt Hoffnung auf, Haus Meer wieder zu einem Anziehungspunkt nicht nur für die Meerbuscher zu machen. Die Klosteranlage wurde im 19. Jahrhun- dert größtenteils abgerissen. Der Besitzer, die Familie von der Leyen, baute dort ein Schloss und beauftragte 1860 den renom- mierten Garten- und Landschaftsarchitek- ten Joseph Clemens Weyhe mit der Pla- nung des Schlossgartens. Während des Zweiten Weltkriegs zerstörten Bomben das Schloss. Lediglich die Wirtschaftsgebäude baute man wieder auf. Das Gesamtareal steht seit 2004 unter Denkmalschutz. Eigentümer ist Roland Agne, der mit der Regent-Hotel-Gruppe einen interessierten Investor gefunden hat. Nach langen kon- troversen Diskussionen in den Fraktionen gab der Rat jetzt grünes Licht unter dem Vorbehalt, dass die Denkmalschutzbehör- de keine Einwände hat. Die im Vergleich zur letzten Planung abgespeckte Version hatten Roland Agne, Ralf Graf Ohletz von Plettenberg (Präsident der Regent-Grup- pe) und Dietmar Haasen vom Architektur- büro ‚Planungsgruppe B’ in einer Sonder- sitzung von Planungs- und Kulturaus- schuss vorgestellt. Gegenüber dem ersten Fragt man einen Meerbuscher Bürger nach dem Zentrum seiner Stadt, wird er zunächst die Achseln zucken. Meerbusch hat kein Zentrum im herkömmlichen Sinn. Es waren acht Gemeinden, die sich1970 zur Stadt Meerbusch zusammen schlossen, aber noch heute ihre jeweils eigene Identität besitzen. Die Namensgebung der Stadt geht auf das frühere Kloster Meer zurück. Hildegunde von Meer gründete 1166 ein Prämonstratenserinnen-Kloster, das bis zur Säkularisati- on Mittelpunkt des geistlich-kulturellen und auch wirtschaftlichen Lebens der Region war. Vielleicht gibt es in einigen Jahren diese Antwort auf die Frage nach Meerbuschs Mitte: Dort, wo ein Denkmal behutsam restauriert, ein historisches Erbe wieder zugänglich gemacht wurde, ein ebenfalls unter Denkmalschutz stehendes Parkgelän- de für die Öffentlichkeit erlebbar ist, da ist Meerbuschs Mitte. Auch wenn ein Investor ein Luxushotel baut. Wird dieses Projekt jetzt nicht realisiert, verbleibt das Gesamtdenkmal Haus Meer weiterhin im Dornröschenschlaf und verfällt. Entwurf mit 80 Einheiten sehen die Pläne jetzt nur noch 75 Zimmer vor. „Damit tra- gen wir der Sorge Rechnung, zu viel vom Gesamtdenkmal falle dem Bau zum Opfer“, erklärte Architekt Dietmar Haasen. Bei Grö- ßen von 60 bis 140 Quadratmetern pro Ein- heit ist summiert sich die Veränderung auf mindestens 300 Quadratmeter. Die ursprünglich auf dem Areal geplante Tiefgarage wird in den hinteren Bereich unter eine Streuobstwiese verlegt, die nicht mehr zum Grundstück gehört. So werden eventuell unterirdisch noch vor- handene Überreste früherer Bebauungen erhalten. Entsprechende Vereinbarungen mit dem Grundstückseigentümer wurden bereits getroffen. Um den unter Denkmal- schutz stehenden Park so weit wie mög- lich zu erhalten, wurde der Gebäudekom- plex etwas nach Süden verschoben. Ralf Graf Ohletz von Plettenberg präsen- tierte das Projekt den Mitgliedern von Pla- nungs- und Kulturausschuss sowie einigen interessierten Bürgern: Ein Festsaal für bis zu 199 Gäste, Suiten mit eigenen Pools, ein großzügiges Spa, ein Restaurant, ein Café; vorstellbar sei auch die Integration eines Weinkellers in die alten Gewölbe. Die Re- gent-Hotel-Gruppe ist bekannt für ihre lu- xuriösen Hotels. „Wir erwarten Gäste aus aller Welt, vorwie- gend aus Asien, aber natürlich auch aus der Region. Die Gastronomie wird nicht nur den Hotelgästen vorbehalten sein“, so der Regent-Chef, der extra für diese Präsenta- tion aus Taiwan angereist war. Mit bis zu 100 neuen Arbeits- und Ausbildungsplät- zen rechnet der Investor. Nachdem sich endlich eine politische Mehrheit für das Projekt gefunden hat, ist die Denkmalbehörde gefragt, das Startsig- nal zu geben. Für Meerbuschs Wirtschaftsförderin Hei- ke Reiß hat die Verwirklichung dieses Projekts hohe Priorität: „Es gibt in Meer- buch nur noch wenig Flächen, die wir für die Ansiedlung neuer Unternehmen an- bieten können. Die meisten Gewerbege- biete sind ausgelastet, lediglich im Molls- feld stehen noch zwei Grundstücke zur Verfügung. Auf der Expo Real in München haben Bürgermeister Dieter Spindler und ich diese beiden Grundstücke vorgestellt und gute Gespräche mit möglichen Inves- toren geführt. Großes Interesse weckte auch das Projekt Böhler Park, obwohl es nicht Gegenstand unserer Präsentation war.“ Unternehmen, die sich im Böhler Park ansiedeln, profitieren von der idealen Lage und Infrastruktur. Durch die Nähe zu den Autobahnen 44, 52 und 57 ist die gesamte Rhein/Ruhr-Region erreichbar. Der Flughafen Düsseldorf und der ICE- Bahnhof rücken auch weitere Ziele in die Nähe. Hohen Wohnkomfort verspricht die Lage inmitten des Parkgeländes. Alle Wohn- häuser sind nach Südwesten ausgerich- tet und bieten mit zwei Vollgeschossen auch für Familien mit Kindern genügend Raum. Verkehrsberuhigte Straßen, Rad- und Fußwege erschließen das Wohnare- al. Das Angebot an Einzelhandel und Gastro- nomie ist in Büderich vielfältig. In fußläu- figer Entfernung liegt die Haltestelle der Stadtbahnlinien U 70, U 74, U 75 und U 76 und damit die Verbindung in die umlie- genden Städte. Ulrike Keller-Hümbs Haus Meer, ein Meerbuscher Denkmal Endlich eine Mehrheit für das Luxushotel ■ ■

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