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TopMagazin4_2012

T O P 53 ÄsthetischeChirurgie G E S U N D H E I T + S C H Ö N H E I T Dr. Matthias Gensior, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Korschenbroich ■ www.chirurgie-korschenbroich.de (Weitere Infos siehe Impressum) schenkel ein erheblicher psychischer Leidensdruck besteht, der nach der Pu- bertät zum Tragen kommt. Trotz Sport und kalorienbewusster Ernährung kommt es nicht zum Abbau dieser Fett- depots. Auch die sexuelle Aktivität die- ser Patientinnen ist nicht selten einge- schränkt. TOP Magazin: Beschreiben Sie bitte die Vorgehensweise bei operativer Behand- lung dieser Veränderungen. Dr. Gensior: Fangen wir mit der Thera- pie des Lipödems an. Es ist zunächst er- forderlich, dass eine konsequente, ent- stauende Therapie erfolgt, nicht selten kombiniert mit einer Gewichtsreduktion. Danach kann dann eine Absaugung der Beine erfolgen. Hierzu werden in der Re- gel zwei Operationstermine benötigt. Nach einen solcher Eingriff müssen dann zwar noch für weitere sechs Wochen Kompressionsstrümpfe getragen werden, auch Lymphdrainage sollte noch für weitere 2-3 Monate erfolgen. Bei massi- ver Verdickung der Beine kann bei weni- gen Patienten nach durchgeführter Ab- saugung der Hautüberschuss so groß sein, dass keine ausreichende natürliche Schrumpfung mehr eintritt. Eine zusätz- liche Hautstraffungsoperation ist dann notwendig. Auch wenn in seltenen Fällen die gesamte Behandlung bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen kann, stellt die- se für die betroffenen Frauen eine erheb- liche Verbesserung der Lebensqualität dar. Schmerzfreiheit, nachlassende Blut- ergussbildung sowie entfallende Lymph- drainage und Kompressionsbehandlung lassen den Eingriff schnell vergessen. Ein- facher gestaltet sich die Behandlung der Reiterhosen. Hier ist in der Regel nur eine einmalige Absaugung mit anschließender sechswöchiger Kompressionsbehand- lung durch ein angepasstes Mieder erfor- derlich. Die dafür verwendeten Materia- lien sind sehr angenehm zu tragen, so dass ein entsprechender Eingriff auch im Hochsommer durchgeführt werden kann. TOP Magazin: Kann dieser Eingriff in örtliche Betäubung durchgeführt wer- den und müssen danach besondere Ver- haltensregeln eingehalten werden? Dr. Gensior: In der Regel ist keine Voll- narkose erforderlich, vielmehr kann eine besondere Form der regionalen Betäu- bung durchgeführt werden. Dabei wird das abzusaugende Kör- perareal mit einer gro- ßen Flüssigkeitsmenge aufgefüllt. Dieser Flüssig- keit ist ein Betäubungs- mittel zugesetzt, so dass nach einer bestimmten Einwirkzeit eine Schmerzfreiheit für die- ses Areal einsetzt. Zu- sätzlich werden durch einen Narkosefacharzt Medikamente gegeben, damit nicht alle Einzel- heiten der Operation durch den Patienten wahrgenommen werden. Bei der Absaugung des Lipödems kann allerdings bei der Absau- gung der Unterschenkel eine Vollnarkose erfor- derlich werden. Danach bestehen keine längeren wesentlichen Beein- trächtigungen. Sportli- che Betätigung wenige Tage nach der Absau- gung ist möglich und sogar erwünscht. TOP Magazin: Betrifft das Problem der Reiterhosen ausschließlich Frauen? Dr. Gensior: Ja, vermutlich handelt es sich um Reservefettdepots, die die Na- tur für die Zeit der Schwangerschaft und des Stillens angelegt hat. Deswegen sind diese Depots auch nicht durch Diät oder Sport zu beseitigen. TOP Magazin: Entstehen sichtbare Nar- ben nach diesem Eingriff und sind Risi- ken hiermit verbunden? Dr. Gensior: Es werden normalerweise nur wenige kleine Schnitte notwendig, durch die die Absaugkanüle eingeführt wird. Nach Abheilung sind diese Schnit- te so gut wie nicht sichtbar. Bei der Ab- saugung der Beine handelt es sich um einen der risikoarmen Eingriffe in der Plastisch-Ästhetischen Chirurgie – unter der Voraussetzung der Eingriff wird fach- gerecht und unter hygienisch einwand- freien Bedingungen durchgeführt. Bluter- gussbildungen und gelegentliche An- sammlungen von Wundwasser in den abgesaugten Arealen stellen die Haupt- komplikationen dar. Selten ist jedoch hieraus eine Konsequenz erforderlich. Wesentliche Dellenbildungen oder Erhe- bungen gehören aufgrund der neuen Ab- saugtechniken eigentlich der Vergangen- heit an. TOP Magazin: Wann kann man das Er- gebnis sehen, Frau sich zeigen? Dr. Gensior: Nach 6 Wochen ist die erste Abheilungsphase zwar abgeschlossen und eine deutliche Veränderung der Bein- form schon eingetreten. Es kann aber bis zu einem Jahr dauern, bis das Bein seine endgültige Form erreicht hat. Erfreulich ist dabei, dass tatsächlich damit noch eine weitere Verbesserung der Beinform eintritt. Bei aller Ungeduld: Der nächste Sommer kommt bestimmt! TOP Magazin: Herr Dr. Gensior, wir be- danken uns bei Ihnen für dieses infor- mative Gespräch. gg

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