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TopMagazin4_2012

62 T O P K U LT U R Der Verein der Freunde und Förderer der Alten Post Neus e.V. wurde vor fast elf Jahren gegründet. Mittlerweile besteht er aus 160 Mitgliedern und lenkt mit einem engagierten Vorstand die Geschicke. Hil- degard Monssen, die Vorsitzende, freut sich über das lebendige Institut Alte Post, dessen Arbeit sie mit den Möglichkeiten des Fördervereins begleiten und unter- stützen kann. Hierzu zählt unter anderem das Ferien-Projekt „Wunschstadt“, das Kindern zwischen acht und zwölf Jahren ermöglicht, in einem großen Sandkasten vor der Alten Post nach ihren Wünschen und Vorstellungen eine Stadt zu entwer- fen. Gleichzeit lernen sie jedoch, dass eine Stadt bestimmten Gesetzmäßigkei- ten gehorchen muß. „In diesem Jahr fand das Spektakel bereits zum zweiten Mal statt. Das zeigt, dass unsere medienverwöhnten Kinder auch heute noch mit Begeisterung bei der Sache sind, wenn es darum geht mit Ton, Blättern und Sand kreativ zu arbeiten“, freut sich Hildegard Monssen über das Angebot, das durch den Förderverein fi- nanziert wurde. WUNSCHSTADT UND ZIRKUSTHEATER Begleitet wurde die Aktion von Dozenten der Alten Post, die gleichzeitig freischaf- fende Künstler sind. „Die Zahl der An- meldungen ist in den letzten Jahren immer weiter nach oben geschnellt. Leider kommt es vor, dass nicht alle Kin- der, die mitmachen möchten, einen Platz finden“, so Hildegard Monssen. Nicht weniger erfolgreich ist das durch den Förderverein ins Leben gerufene und ge- förderte Zirkusprojekt für Acht- bis Zwölf- jährige, das inzwischen eine feste Größe im Ferienprogramm geworden ist. PÄDAGOGISCHE ZIELE UND INTEGRATIVE KRAFT „Das Zirkustheater ist eine wunderbare Schule, bestimmte pädagogische Ziele zu verwirklichen“, erklärt Hildegard Mons- sen. „Eigenverantwortlichkeit, Teamfä- higkeit und Selbstorganisation sind drin- gend vonnöten, damit der Zirkus funkti- oniert“. Den Kindern macht es Spaß, weil sie hier die Gelegenheit haben, sich und ihre Fähigkeiten kennenzulernen. Regel- mäßig gehen sie mit einem gestärkten Selbstwertgefühl nach Hause - und wol- len wiederkommen. „Ganz bewusst haben wir uns für eine Mischung aus Tanz, Theater und Akroba- tik entschieden, um jedem Kind die Mög- lichkeit zu bieten, seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend aktiv zu wer- den“, erklärt die Pädagogin. Und wie bei den meisten Veranstaltungen der Alten Post gibt es auch hier keine Nachwuchs- probleme. Schon im ersten Jahr war die Anmeldeliste voll, und die Kinder freu- en sich bereits auf das nächste Jahr. „Das Schöne daran ist, dass hier Kinder aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Strukturen aufeinander treffen und miteinander kreativ sind“, so Monssen, der dabei insbesonders die Integration aller Kinder am Herzen liegt, in Einzelfäl- len übernimmt der Förderverein sogar die Kursgebühren. SICH AUSPROBIEREN UND NEUES KENNENLERNEN Als Zeichen fließender Übergänge der Disziplinen war auch die Ausstellung „Outsidein“ der Alten Post zu werten, bei der sich 13 Künstler der Graffiti-Szene präsentierten. „Das Gebäude sah aus wie eine U-Bahn-Haltestelle“, so Monssen. Und genau so sollte es sein, man wollte das Draußen nach drinnen holen. Anläss- lich der deutsch-polnischen Partner- schaft fanden hierzu mehrere Events statt. Einer war die Ausstellung mit dem in Polen bereits recht bekannten Künst- ler Marius M-city Waras. Die Giebelwand des Hauses Hamtorwall 44 zeugt noch davon. „Je mehr Jugendliche sich hier auspro- bieren und hier ein zweites Zuhause fin- den, desto weniger Probleme werden sie Foto: Jörg Schuster Leuchtende Kinderaugen und ein Haus voller Kreativität Hildegard Monssen ist Vorsitzende des Fördervereins Alte Post. Kennengelernt hat sie die Alte Post von innen als Kursteilnehmerin im Bereich Fotogra- fie. Es ging ihr wie vielen Kursteineh- mern: Die Kurse bei einer Dozentin, die auch freischaffende Künstlerin ist, beleben die eigene Arbeit sehr. Die kreative Atmosphäre des Hauses und die Möglichkeit, hier für Menschen aller Altersstufen einen Ort der Begegnung zu schaffen, haben sie vom ersten Moment an fasziniert. So ließ sie sich dann gegen ihre Absicht überreden, den Vorsitz des Förderver- eins zu übernehmen. Für ihr ehrenamt- liches Engagement wird sie nicht selten mit vor Enthusiasmus und Begeisterng leuchtenden Kinderaugen belohnt. Förderverein Alte Post

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