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TopMagazin4_2012

64 T O P K U N S T Der Adventskalender gehört seit Mitte des 19. Jahrhunderts zum christlichen Brauchtum. Die ersten Formen des Ad- ventskalenders - von Eltern für ihre Kin- der selbst gestaltet - zeigten die verblei- benden Tage bis Heiligabend an und brachten den Kindern zugleich Geduld und Beherrschung bei. Die Zeit des War- tens auf das Christkind wurde durch das tägliche Naschen eines von 24 auf Pappe aufgenähten Lebkuchens verkürzt. Oder es gab die 1922 entstandene Weihnachts- uhr, die aus 24 Feldern mit eingedruck- ten Adventsverheißungen bestand, die von den Kindern auswendig zu lernen waren. Lange bevor sich Adventsbräuche mit dem Zählen der Tage bis zum Heiligen Abend entwickelten, dienten Rosenkrän- ze dem Zählen von Gebeten. Aus der Sammlung von Weihbischof Heinrich Janssen werden dazu 80 Rosenkränze aus vier Jahrhunderten im Feld-Haus präsen- tiert (... bitte denken Sie daran die Schub- laden der Schränke zu öffnen!!). Der Rosenkranz wird als Wiederholungs- gebet zu Ehren der Gottesmutter Maria gebetet, wobei die Rose seit dem Hoch- mittelalter das beliebteste Symbol für die Marienverehrung ist. Das Rosenkranzge- bet entwickelte sich aus den frühmittel- alterlichen Marienanrufungen. Der “Freu- denreiche Rosenkranz” betrachtet die Geburt und das verborgene Leben Chris- ti. Die Tradition der Perlen- oder Zählschnü- re offenbart eine lange Entwicklung und vielfältige regionale Unterschiede: Rosen- kränze aus Glasperlen mit Zinn-Kreuz, aus weißen Glas- und braunen Holzper- len mit einer Anhängerstatue, die „Maria mit Kind“ zeigt. Oder ganz kostbar aus- geführt ist der Rosenkranz aus rotbrau- Aufstell-Adventskalender, um 1950, farbiger Druck mit Glitter, Clemens-Sels-Museum Neuss Rosenkranz, gereiht mit Glasperlen, Zinn- Kreuz mit Kruzifixus (Caravaca-Kreuz, rückseitig S. Petrus und S. Paulus), 10 Anhängermedaillen „Johann Nepomuk, Herz, Kreuzsymbol, Madonna mit Kind, Taube/ Heiliger Geist, Schutzmantelmadonna, Maria /Josef mit Kind, Maria, Heilige“, 5 Gesätze, Süddeutschland, 18./19. Jahrhundert, Sammlung Weihbischof Heinrich Janssen „Unsere Liebe Frau von Lourdes und die Heil. Maria Bernadette Soubirous“, Gnadenbild, 1. Hälfte20. Jahrhundert, vierfarbiger Druck, Clemens-Sels-Museum Neuss Populäre Druckgrafiken sowie ausgewählte Rosenkränze aus der Sammlung von Weihbischof Heinrich Janssen bis 3. Februar 2013 Der liebe Advent und der freudenreiche Rosenkranz – Zum Wandel des Advents Adventskalender vom Beginn des 20. Jahrhunderts, kolorierte Holzstiche mit Abbildungen der Geburt Jesu, den Wei- sen aus dem Morgenland, wunderbare Andachtsbilder, Darstellungen der Heili- gen und eine Vielzahl an Rosenkränzen zeigen eine Entwicklung, aber auch die wichtigsten Elemente des Advents auf: Die drei göttlichen Tugenden “Glaube, Hoffnung und Liebe”, die in die Rosen- kranzgebete eingeflossen sind, finden sich auch in den verschiedenen Druck- grafiken wieder. nen Korallen-Perlen mit kleinen silbernen Zwischengliedern und größeren silberfi- ligranen Paternosterperlen. Das Feld-Haus ist immer samstags und sonntags von 11 - 17 Uhr geöffnet. Die Ausstellung basiert auf einem Kon- zept von Dr. Thomas Ludewig, stellver- tretender Leiter und Kurator für Stadt- geschichte und Volkskunde des Cle- mens-Sels-Museum Neuss www.clemens-sels-museum.de Feld-Haus - Museum für populäre Druckgrafik Dem Wandel der Adventszeit und der Entwicklung des Rosenkranzes ist die aktuelle Ausstellung im FELD-HAUS - Museum für populäre Druckgrafiken gewidmet. Wieder einmal kann man in dem kleinen, aber feinen Museum im Kulturraum Hombroich in vorweih- nachtlicher Nostalgie schwelgen. ■

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