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TopMagazin4_2012

74 T O P ■ K U LT U R KÜNSTLER REGIONAL; DIE ANDERE SEITE! Immer wieder stößt man auf Menschen, die neben ihrem engagierten und erfolgreichen Berufs- und Privatleben auch künstlerisch ambitioniert sind. Gemeinsam ist vielen von ihnen, dass nicht Geld und außerordentliche Beach- tung im Vordergrund stehen, sondern die Liebe zum Werk, die Freude an der Idee und daran, es überhaupt zu tun. Vorgestellt von Wolfgang Kammer Besucht man die Künstlerin Gabriela Drees-Holz in ihrem wildromantischen Anwesen in Liedberg, nahe an Wald und Schloss, so packt einen schon ein Gefühl, ähnlich der Ehrfurcht, die Christian Mor- genstern seinem Helden Palmström im Umgang mit seinem frisch gebügelten Ta- schentuch unterstellt. Angefüllt mit Bildern, Zeichnungen, Objek- ten aller Art und Installationen sind der Garten der Künstlerin, die Flure, die diver- sen Zimmer und natürlich das Atelier. Überall hängt etwas, überall steht etwas, überall liegt etwas hergestellt aus einer Unzahl verschiedener Materialien, in allen Farben, in allen Formen, allen Techniken, gegenständlich oder abstrakt. Das eine erscheint genial komponiert, effektvoll verfremdet, anderes noch nicht fertig. Angst kennt diese vitale Frau keine. Sie experimentiert noch immer und immer wieder neu. Weiß nicht, worauf alles hin- ausläuft, und will es auch gar nicht wis- sen. Wer viele Kirchen kennt, kennt keine, geht es mir durch den Kopf. Ein Gedanke, den ich schnell wieder verwerfe. Zu leiden- schaftlich, zu engagiert, zu emotional, zu ehrlich wirkt das alles, wirkt die Künstle- rin selbst. Als ich sie frage, wie sie das denn alles schaffe, Beruf, Haushalt, Gar- ten, Kunst, Freundschaften und Musik (sie ist auch Flötistin in der Philharmonischen Gesellschaft Düsseldorf), und wie das denn alles zusammen passe, zuckt sie lediglich mit den Achseln, lächelt freund- lich und sagt: „Das ist mein Leben“. Ich glaube ihr. Frau Gabriela Drees-Holz, mit Künstlerna- men Dreho, ist eine großgewachsene Frau, die manchmal beim Gehen einen Stock benutzt. Sie wurde 1955 in Kolum- bien geboren, ist in Venezuela und Spani- en aufgewachsen, kam 1973 nach Deutsch- land, studierte in Köln und lebt seit 1983 in Neuss. Im Hauptberuf ist sie Lehrerin mit Leidenschaft. Ein Traumberuf. Und so unterrichtet sie in Neuss am Gymnasium Marienberg Spanisch und Erdkunde. Seit 1995 bildet sie sich engagiert künstle- risch fort. Von 2008 bis 2012 absolviert sie berufsbegleitend ein Kunststudium am Werkhaus der Alanus-Kunsthochschule in Bonn. Sie hat zwei erwachsene Kinder, ist Mitglied in verschiedenen Künstlerinitia- tiven und hat sich in Einzel- und Gruppen- ausstellungen national und international präsentiert. So z.B. in Baden Württemberg, Bayern, Dänemark und in der Schweiz. In ständigen Ausstellungen ist sie in Obers- taufen, Bern und Madrid vertreten. Auf ihrer Homepage (Dreho.de) schreibt sie über sich selbst und ihre Kunst: „Mein künstlerisches Schaffen ist seit fast 20 Jah- ren meine Passion, es ist Selbstverwirkli- chung, Selbsterfahrung. Es ist meistens tiefes Glücksempfinden. Ich lasse mich immer wieder auf mich selbst ein, weiß, dass meine Wege „im Fluss“ sind, sich immer wieder neu erschaffen, ändern. So begebe ich mich auf das Feld der Malerei, der Objekt- und inzwischen auch der In- stallationskunst, mit vielen klaren oder fließenden Übergängen und Gleichzeitig- keiten. Bewusst wie unbewusst tauchen sowohl wiederholt „ernste“ Themen wie Metamor- phose, Zeit, Synästhesie auf, als auch Hu- morvolles rund um Mensch und Tier. Meine neuen Arbeiten umkreisen in einem abgewandelten Fokus wieder das Thema Metamorphose: Objekte „mit kultureller Geschichte“, insbesondere Musikinstru- mente, (mit ihrer spezifischen Geschich- te: gespielt während eines langen Zeitrah- mens von verschiedenen Musikern zu ver- schiedenen Anlässen und an verschiede- nen Orten), bringe ich in Verbindung mit Objekten mit „Naturgeschichte“, (z.B. ver- schiedene Bambusarten, wenig bearbeite- tes altes Holz mit einer „Baum-Lebensge- schichte“), oder Objekten mit „Industrie- geschichte“ (z.B. Aluminiumsäulen aus der Belüftungsindustrie), oder aber Haus- haltsutensilien wie alten Decken, Wolle, Draht etc.. Durch die neue Verbindung wird Altem, Ausrangiertem neues Leben „eingehaucht“, es entsteht ein Kunstob- jekt, das optimaler weise im Betrachter weiter schwingt.“ Das alles klingt nach hohem Anspruch und ist somit eine große Herausforderung für die Künstlerin selbst, für die die Metamor- phose, so wie sie mir erklärte, weit über die Vollendung hinaus bis in den Tod und noch weiter reicht.

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