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TopMagazin4_2012

ie Marquesas hatten sich bis zuletzt gegen die Missionare und Kolonial- Hosen zwängen. Die Franzosen konnten die Sprache nicht leiden und brachten ih- nen die einzig wahre Sprache der Welt bei. Wenn zuvor nicht der deutsche Karl von den Steinen nach seinen Forschungen im Amazonasgebiet auf die Marquesas-In- seln verfallen wäre wo er rechtzeitig al- les, wessen er habhaft werden konnte, pedantisch notiert und gezeichnet hätte, wäre das alles auf immer verloren gegan- gen. Er hat beispielsweise die vielen ver- schiedenen Tätowierungsmuster aufge- zeichnet, die heute wieder in Gebrauch sind. Seine drei dicken Bände über die Lebensweise der Inselbewohner, ihre Kunst und Mythen sind immer noch die wichtigste Quelle für Wissenschaftler, die sich um die Erforschung und die Bewah- rung der sehr interessanten und kunst- reichen marquesanischen Kultur bemü- hen. Als uns diese Geschichten vorgetra- gen wurden, sprach uns eine Französin an: „Bravo, les Allemands!“ Ein kluger Bischof versuchte endlich in der Mitte des 20. Jahrhunderts, die dras- tischen Beschränkungen durch die Reli- gion wenigstens teilweise rückgängig zu machen. Die Menschen tragen wieder Blumenschmuck, tätowieren sich, musi- zieren, singen und tanzen. In der Kirche wird in marquesanischer Sprache gepre- digt und gesungen und die meisten sind mit wunderschönen Holzskulpturen ein- heimischer Künstler geschmückt. Die bi- blischen Gestalten haben marquesani- sche Gesichter. Der Kreuzweg in der klei- nen Kathedrale von Papeete zeigt eine Mischung von römischer und einheimi- scher Kleidung und Blumenkronen. Wir dachten während der Reise viel über die Missachtung und Vernichtung von Kulturgut durch missionierende Kirchen und Kolonialherren nach. Wir lernten die Inseln bei Jeepfahrten, Wanderungen und archäologische Exkur- sionen sehr gründlich kennen. Die Mann- schaft organisierte Picknicks oder typi- sche Gerichte in Dorfrestaurants. Einmal gab es Ferkel aus dem Erdofen und wir »Land der Menschen« nennen die Bewohner ihre Marquesas-Inselgruppe Teil 2 Als Fracht nach »TeHenuaAnata« Dherrschaft gewehrt. Die Stämme kämpf- ten kriegerisch gegeneinander, betrieben Totschlag (es durfte kein Blut dabei flie- ßen) und verzehrten die Teile ihrer Fein- de, von denen sie glaubten deren Kraft zu erhalten. Die polierten Schädel eines Gegners wurden gerne wie eine Handta- sche umhergetragen. Die Tikis, in Stein gehauene Götter und bemerkenswerte Vorfahren, hatten große Köpfe und riesi- ge Augen. Kopf und Augen galten als das Wichtigste am Menschen und hießen „Mana“. Es gibt Steinzeichnungen, aber keine Schrift. Die Franzosen schafften es in Zusammen- arbeit mit einem päpstlichen Dekret - nachdem die einheimische Herrscherin überzeugt worden war - alles zu verbie- ten, was Spaß macht. Die Marquesaner durften sich nicht mehr tätowieren, kei- ne Blumen tragen, nicht mehr singen, musizieren oder tanzen und mussten ihre schönen braunen Körper in Kleider und

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