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TopMagazin4_2012

durften dem Schauspiel der Öffnung des Erdofens zuschauen. Interessant war auch die Demonstration der traditionel- len Herstellung von Tapa, das ist ein dem Papyrus vergleichbares Produkt aus Pflanzenfasern, das bemalt oder be- druckt wird. Bei der Zubereitung von Monoi wurde Copra, also Kokosöl, mit verschiedenen Duftessenzen vermischt. Für das rituelle Binden von aphrodisie- renden Blütenbouquets, die als Haar- schmuck getragen werden, waren viele verschiedene Blumen und Früchte erfor- derlich. Wir wurden durch kleine Muse- en geführt und verstanden vor den Grä- bern von Paul Gauguin und Jacques Brel, was sie und andere Menschen dazu ge- trieben hat, sich auf diese Inseln zurück zu ziehen. Alle drei Wochen kommt die Aranui zu den Inseln; dann eilen die Bewohner zu den Anlegestellen und gestalten die An- kunft für sich und die Gäste zu einem Fest. Man trifft sich am Ufer, singt, tanzt, musiziert, bietet Früchte und Blüten an und freut sich darüber, dass die schönen kunstgewerblichen Produkte Käufer fin- den während die bestellte Ware in Jeeps verladen und heimgefahren wird. In einer Ausstellung hatten wir einen Armreif aus origineller Knochenschnitze- rei entdeckt, waren aber noch unschlüs- sig und nahmen zunächst einmal am Pick- nick teil. Die Dorfkinder tanzten und ihre Mütter und Väter trommelten, musizier- ten auf Ukulele und Gitarre und sangen dazu. Schließlich wollten wir den Kno- chenschnitzer aufsuchen, aber sein Standplatz war geräumt. Enttäuscht be- fragten wir seine Nachbarin an der Aus- lage nebenan, und sie wies uns den Weg in den dichten Urwald. Wir fanden den Künstler, der gerade - es war Sonntag - mit Freunden vor Spießen mit einem Fer- kel und einer Ziege becherte. Die fröhli- che Runde lud uns zunächst zum Essen ein was wir nur sehr zurückhaltend an- nahmen denn wir hatten ja gerade reich- lich gepicknickt. Dann zeigte er uns vier gleich schöne Armreifen. Wir ließen ihn entscheiden. Mit der Begründung, wir seien schließlich als Gäste zu ihm gekom- men, reduzierte er den Preis. Auf den Marquesas herrscht ein fast ganzjährig gleichbleibendes feucht-war- mes Klima. Alles wächst und gedeiht ohne jahreszeitliche Pausen. Die Natur bietet ein Übermaß an Blumen und köst- lichen Früchten an. In einem traumhaft schönen Tal kam auch uns der Wunsch in den Sinn, ein- fach da zu bleiben. Man muss die Zivili- sation nicht ganz hinter sich lassen. Der Franzose, mit dem wir uns vor seinem tropisch überquellenden Garten unter- hielten, hatte einen Geländewagen vor der Tür und Fernsehempfang. Er lebt mit einer Marquesanerin zusammen und be- wirtschaftet mit ihr eine kleine Vanille- plantage. Die kostbaren Schoten trans- portiert die Aranui dorthin, wo sie be- gehrten Absatz finden, und wo die Ho- telköche Fisch in Vanillesoße anbieten. Auf dem Rückweg machte die Aranui auf Rangiroa halt. Das ist das weltweit größ- te Atoll. Wir spazierten über den weißen Korallenschotter vom Lagunenrand bis zum Ozean. Dort lagen die bizarren Ge- bilde zuhauf auf dem Strand und Mu- schelschalen in vielen Formen und Far- ben. Beim Besuch der Perlenfarm Gau- guin wurden uns die Zuchtvorgänge ge- zeigt und erklärt. Bis zur runden und gro- ßen schillernden Perle ist ein langer Weg. Es gibt unterwegs viele „missglückte“, d.h. unregelmäßig geformte Perlen oder solche mit nur dünner Perlschicht. Auch diese und die glänzende Perlmutter- schicht verbrauchter Austern werden zu hübschem und originellem Schmuck und anderen Gegenständen verarbeitet. Wir badeten in der glasklaren Lagune, muss- ten aber auf die scharfkantigen Korallen R E I S E 84 T O P

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