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TopMagazin_3_2013

Der Ruf der Straße Am anderen Morgen ist die Nacht schon um 5 Uhr vorüber. Der Weg ist das Ziel. Genauer gesagt ein Teil der Panamericana und die Nationalparks rund um die Vulka- ne Poás und El Arenal. Die „Waffen“ der Wahl: Zwei F650 Enduros, die mit Unter- stützung der regionalen BMW-Zweigstelle, dem Reiseveranstalter Hangloose und der Reiseagentur Ara Tours, organisiert wer- den konnten. Schon nach einer Stunde lie- gen der Moloch San José und die Autobahn hinter uns, und das tropische Flachland geht rapide in liebliches Hochland über. Bergwiesen, Fleckvieh, Verkaufsstände mit köstlichem Käse und Hängebrücken liegen vor uns. Wie in der Schweiz. Wäre da nicht der gigantische Vulkankegel im Hinter- grund. Mit 2708 Höhe liegt der Poás inmit- ten eines großen Nebelwaldes, der seinem Namen alle Ehre macht und den mehr als einen Kilometer breiten Krater in eine Wol- kenwand taucht, die erst nach einer Stun- de Wartezeit den Blick auf den türkisen Säuresee am Grund frei gibt. So viel „Zeit- verschwendung“ rächt sich – bis zum Ziel der Tagesetappe in La Fortuna am Fuße des Arenal-Vulkans sind es noch gut hun- dert Kilometer. Für einen Besuch des La- gunensees La Bota und einer lokalen Bio- kaffee-Plantage bleibt nur wenig Zeit, aber zumindest die aromatischen Bohnen be- gleiten uns in den Satteltaschen. Die über- raschend guten Straßenverhältnisse las- sen unsere Motorrad-Wahl fast schon de- kadent erscheinen. Die Schotterpisten las- sen sich an einer Hand abzählen. Fluss- durchquerung? Fehlanzeige... Schneller als erwartet tauchen am Straßenrand die zahlreichen heißen Thermalquellen auf, die die Region La Fortuna berühmt ge- macht haben. Zumindest solange der Are- nal moderat Feuer und Asche gespuckt hat und nachts ein fantastisches Naturspek- takel geboten hat. Seit dem Oktober 2010 ruht der Vulkan, und auch La Fortuna und seine Kurhotels scheinen wieder in den Dornröschen-Schlaf zurückgefallen zu sein. Was der lieblichen Landschaft rund um den gleichnamigen Stausee eher gut tut. Für Tagträumereien bleibt keine Zeit, das Handy klingelt und schon ändert sich der Plan. „Morgen wirst Du in Guapilés im Osten abgeholt“, erklärt Roland von Ara Tours, „wir haben einen Platz in einer Lodge in Tortuguero – freu’ Dich auf Mee- resschildkröten, Dschungel und jede Men- ge Wildlife.“ Skelettküste Größer könnte der Kontrast kaum sein: Nach kaum 200 Kilometern Strecke sind das mitteleuropäische Klima und die saf- tig grünen Bergwiesen verschwunden. Di- rekt an der Karibikküste, vierzig Kilome- ter südlich der Grenze zu Nicaragua, er- streckt sich ein 31.000 Hektar großes La- byrinth aus Sümpfen, Kanälen und Urwald. Kaimane und Krokodile räkeln sich auf Baumstümpfen, bunte Reiher, Tukane, Ka- 100 T O P

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