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TopMagazin_3_2013

ANZEIGE RA Markus Jansen - Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht, Mediator ■ Einfachere Bilanzregeln für Kleinstunternehmen Im Frühjahr hat die EU die Micro-Richtlinie verabschiedet. Diese Richtlinie erlaubt es, Kapitalgesellschaften, die aufgrund ihrer geringen Größe typischerweise nicht grenzüberschreitend tätig sind, und für die eine Rechnungslegung gemäß der EU-Vor- gaben mit übermäßigem Aufwand verbun- den ist, zumindest von einigen Anforde- rungen zu befreien. Die Bundesregierung hat jetzt mit der Umsetzung der EU-Micro-Richtlinie begon- nen. Als ersten Schritt hat das Kabinett den Entwurf des Gesetzes zur Erleichte- rung für Kleinstkapitalgesellschaften (Mi- croBilG) verabschiedet, der jetzt dem Bun- destag zugeleitet wird. Folgende Maßnah- men sind in dem Gesetzentwurf enthalten: Hinterlegung: Zukünftig können Kleinst- kapitalgesellschaften wählen, ob sie die Offenlegungspflicht durch eine Veröffent- lichung (Bekanntmachung im elektroni- schen Bundesanzeiger) erfüllen wollen. Es genügt nämlich auch, wenn die Gesell- schaft die Bilanz bei der zuständigen Be- hörde hinterlegt und damit sichergestellt ist, dass Dritte auf Antrag eine Kopie der Bilanz erhalten können. Ein Anhang muss nicht mehr hinterlegt werden. Vereinfachte GUV: Für die Gewinn- und Verlustrechnung können Kleinstkapitalge- Deutschland übernimmt noch dieses Jahr die EU-Micro-Richtlinie in deutsches Recht, die einige Erleichterungen bei den Bilanzregeln für Kleinstkapitalgesellschaften vorsieht. sellschaften künftig ein vereinfachtes Glie- derungsschema verwenden. Vereinfachte Bilanzgliederung: Auch für die Bilanz können Kleinstkapitalgesell- schaften eine vereinfachte Gliederung ver- wenden. Hier werden allerdings keine neu- en Sammelpositionen für einzelne Bilanz- posten eingeführt, sondern es wird ledig- lich die Gliederungstiefe reduziert. Verzicht auf Anhang: Kleinstkapitalgesell- schaften können künftig auf die Erstellung eines Anhangs zur Bilanz verzichten, wenn sie Angaben zu Vorschüssen und Kredi- ten an Mitglieder der Geschäftsführungs- oder Aufsichtsorgane, Angaben zu Haf- tungsverhältnissen und - im Falle einer Aktiengesellschaft - Angaben zu eigenen Aktien unter der Bilanz ausweisen. Mit dem MicroBilG wird nun die Kategorie der „Kleinstkapitalgesellschaften“ einge- führt. Als Kleinstkapitalgesellschaft gilt eine Kapitalgesellschaft demnach dann, wenn sie an zwei aufeinander folgenden Ab- schlussstichtagen mindestens zwei der drei folgenden Merkmale nicht überschrei- tet: - Eine Bilanzsumme von höchstens 350.000 Euro (nach Abzug eines auf der Aktivseite ausgewiesenen Fehlbetrags). - Nicht mehr als 700.000 Euro Umsatzer- löse in den zwölf Monaten vor dem Ab- schlussstichtag (also in der Regel der Jahresumsatz). - Im Jahresdurchschnitt maximal zehn Arbeitnehmer. Die Erleichterungen für Kleinstkapitalge- sellschaften sollen schon in diesem Jahr in Kraft treten. Gelten sollen die Änderun- gen nämlich erstmals für Jahres- und Kon- zernabschlüsse, die sich auf einen nach dem 30. Dezember 2012 liegenden Ab- schlussstichtag beziehen. Folglich ist auch der Jahresabschluss 2012 bereits von den Änderungen erfasst, weil ein nicht vom Kalenderjahr abweichendes Wirtschafts- jahr erst am 31. Dezember 2012 endet. Einer baldigen Verabschiedung des Geset- zes steht nichts im Wege, denn weder aus der Politik noch aus der Wirtschaft ist Wi- derstand gegen die Änderungen zu erwar- ten.

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