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TopMagazin4_2013

50 T O P G E S U N D H E I T TOP-Magazin: Was steckt hinter dem Begriff Resilienz? Dr. Albert Wunsch: Auch wenn dieser Begriff in unserer Alltagssprache noch keinen Einzug gefunden hat, die dahinter steckende Bedeutung ist allgegenwärtig. Mit ihm wird die Kraft beschrieben, wel- che es ermöglicht, schnell aus einer de- primierenden Situation wieder heraus zu kommen und mit Widerstand auf die Herausforderungen der Umwelt zu rea- gieren. Basis ist ein Gemisch aus Gelas- senheit und Selbstwirksamkeit. TOP-Magazin: In Ihrem Buch beschrei- ben Sie, dass die Basis für ein gesun- des Selbstwertgefühl in der frühen Kindheit gelegt wird. Dr. Albert Wunsch: Richtig. In der Säug- lings- und Kleinkindphase ist dies eine verlässliche und sichere Mutter-Kind- Bindung. Denn alle Körperkontakte zur Mutter vermitteln – anknüpfend an die vorgeburtlichen Erfahren - ein großes Gefühl der Sicherheit. Diese beim weite- ren Heranwachsen – möglichst von Mut- ter und Vater – umfangreich erfahre Zu- wendung löst beim Kind das tiefe Gefühl aus, gemocht zu werden und einen wich- tigen Platz in der Welt einzunehmen. TOP-Magazin: Lässt sich Resilienz als „Immunsystem der Seele“ Ihrer An- sicht nach nur im Kindesalter erwer- ben oder kann man sie sich auch Er- wachsener noch nachträglich aneig- nen? Dr. Albert Wunsch: Beides ist möglich. In einem Kapitel werden Erwachsene zu einer ganz einfach umsetzbaren Selbst- vergewisserung als Voraussetzung für eine bessere Krisenbewältigung eingela- den. Schlüsselfragen, um in Partner- schaft, Familie und Beruf angemessener mit Herausforderungen umzugehen, sind: „Was kann ich? Was kann ich nicht oder eher nicht? Was könnte oder sollte ich noch können?“ Ergänzend werden weitere - ganz praktische Hilfen - auf dem Weg der Selbsterkundung angeboten. In der Kombination von „Selbst-Erkenntnis- sen“ und sinnvollen ‚Handlungs-Notwen- digkeiten“ wird dann die Basis dafür ge- schaffen, mit Krisen und Belastungen gekonnter umzugehen, wobei die Ver- meidung von Konflikt-Szenarien im Zen- trum steht. Damit wird dann auch die Grundlage dafür gebildet, Stress - und erst recht ein Ausgebrannt-Sein – zu ver- hindern. TOP-Magazin: Können Kinder auch trotz sozialer Benachteiligungen zu starken Persönlichkeiten heranwach- sen oder anders gefragt, verbigt sich hinter dem Spruch „Schlechter Start, gutes Leben“ auch etwas Weisheit? Dr. Albert Wunsch: Damit eine schlech- te Startposition – im Sinne des Spruches – zu guten Lebensbedingungen führen kann, muss diese vom Einzelnen bewusst als Herausforderung aufgegriffen wer- den. Gute Rahmenbedingen innerhalb und außerhalb oder der Familie können viel Kraft und Zutrauen vermitteln, sich trotz widriger Umstände recht gut zu entwickelten. TOP-Magazin: Was verbirgt sich hinter Ihrem Rat „Achtsamkeit“ als Tankstel- le der Seele zu nutzen? Dr. Albert Wunsch: Wer nicht achtsam mit sich umgeht, wird nicht bemerken, wenn die Tankanzeige auf Reserve geht. Wird dieser Wechsel nicht bemerkt, geht bald gar nichts mehr. Meist steht dann ein Transport mit Blaulicht in eine Klink an. Sich in der Intensivstation Gedanken über einen achtsamen Umgang mit sich selbst zu machen, ist natürlich weniger sinnvoll, als dies vor dem Infarkt zu tun. Druckfrisch liegt sein neuestes Werk auf seinem Schreibtisch. Der Neusser Psy- chologie Dr. Albert Wunsch, hat sich auf fast 300 Seiten dem Thema Resilienz als Basis der Persönlichkeitsbildung gewidmet. Es soll helfen, den alltäglichen Heraus- forderungen mit einem stabilen Selbst begegnen zu können. Aber auch Eltern und Entscheider dürfen sich angesprochen fühlen, um die Weichen für ein positives Miteinander zu stellen. Lohn für die Lektüre soll die Entwicklung von mehr Lebens- freude und einem glücklicheren Zusammenleben sein. Dr. Albert Wunsch: Mit mehr Selbst zum stabilen ICH! Zufriedener und erfolgreicher durchs Leben Foto:privat

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