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TopMagazin4_2013

60 T O P ■ K U N S T Künstler Regional; Die andere Seite! Vorgestellt von Wolfgang Kammer Vielseitig ist dieser Mann in seinem Kön- nen, in seinem Tun und in seinen kom- promisslosen Entscheidungen, wenn es um seine Arbeit und seine Kunst geht. Arbeit und Kunst sind bei dem 54jähri- gen Dipl.-Designer Uwe Dressler einerseits eng miteinander verbunden und dennoch zwei Paar verschiedene Schuhe. Uwe Dressler, geboren und auf- gewachsen in Grevenbroich, hat einen langen Weg hinter sich: Realschule, Leh- re als Schriftsetzer, berufliche Tätigkeit als Grafiker, Studium der ‘Visuellen Kom- munikation‘ an der FH Niederrhein, Aus- bildung zum Computergrafiker in Essen und schließlich Dozent und Trainer im Bereich DTP/Grafik-Design/Bildbearbei- tung in der freien Wirtschaft, verbunden mit einer Festanstellung in Neuss. Hier lebt und arbeitet Uwe Dressler nun in der Innenstadt, wo er auf der Erftstraße ein eigenes Atelier betreibt, das er sich mit seiner Frau Anna Neumann teilt, die ebenfalls als Künstlerin im Bereich Ma- lerei tätig ist. Spaß macht das alles, sagt Dressler, der sich ein Leben ohne Kunst und ohne Kre- ativität nicht vorstellen kann. Er zeich- net, malt, probiert und skizziert immer und überall. Denken kann er eigentlich nur noch in ästhetischen Kategorien. Was immer er tut, wird daran gemessen. Foto, Grafik, Malerei, Zeichnung. „Ich lebe in und mit meinen Bildern“, sagt er. Und so handelt er auch. Wenn er nicht als Berufsdesigner (von irgendetwas muss man ja leben) arbeitet, dann berührt ihn die Kunst subtil, fast naiv und überra- schend. Dressler beginnt seine Malerei- en und Zeichnungen, oft ohne ein be- stimmtes Ziel im Auge zu haben. Er setzt einen Punkt auf das leere Blatt Papier, benutzt dazu Bleistift, Pinsel, Kugel- schreiber, zieht Linien, schafft Verbin- dungen, setzt Schwerpunkte, koloriert manchmal kontrastreich, manchmal blass und durchsichtig. Handelt es sich dabei um Gedankliches, Gefühltes, Wirk- liches? Ich weiß es nicht, es ist schwer nachvollziehbar. Tatsächlich regt seine Kunst an, sich Gedanken zu machen, sich mit seinen Werken auseinander zu set- zen. Und dazu steht er. „In der gewerblichen Grafik“, sagt er, „ja, da stelle ich etwas dar, da habe ich Zie- le, da vermittle ich Botschaften. In der Kunst eigentlich nicht. Da geschieht manchmal mehr als ich bewusst veran- lasse. Ich staune oftmals darüber, was sich auf dem Blatt ereignet. Ich lebe mit meinen Bildern, hänge sie auf, betrach- te sie wieder und wieder und dann, vielleicht nach Tagen, Wochen, Monaten weiß ich: da oder dort, an dieser oder jener Stelle fehlt noch etwas. Eine Klei- nigkeit, ein Farbtupfer vielleicht, ein Licht, etwas Ruhe, etwas Aggressives oder etwas Friedvolles. Und das ergän- ze ich dann. Das sind die Augenblicke, in denen ich in mir zu Hause bin.“ Im Arbeitszimmer des Künstlers, der gerne mit seinen Kameras die nordi- schen Länder bereist, entdecke ich wun- derbare Foto- und Kunstbücher zu den Themen Dentalkunst, Hochzeit- und Kon- zertfotografie sowie einen Sonderdruck: Uwe Dressler, Malerei-Zeichnung. Ich bin begeistert und beeindruckt, auch von den Räumlichkeiten. Niemals hätte ich in dieser Lage Räume erwartet mit solchen Deckenhöhen und entsprechen- der Helligkeit. Hervorragend geeignet sowohl zum Arbeiten als auch zur Prä- sentation. Und trotzdem. Es ist, wie ich es auch immer wieder bei anderen Kunstschaffenden erlebt habe: Mit der Kunst zu leben ist schön, von ihr zu leben ist anstrengend. Viel Zeit, Geld und Kraft sind für Eigenwerbung aufzubringen, für Ausstellungen, Werbekarten und ent- sprechende Folder. Der Künstler Uwe Dressler weiß das alles, spürt und erlebt das alles und macht unbeirrt weiter. Und das ist gut so. Ausgestellt hat Uwe Dressler in verschie- denen Galerien im Rheinkreis, in Greven- broich, Brandenburg und in der ‘Alten Post‘ in Neuss natürlich. Wer mehr von und über ihn erfahren möchte, kann sich im Internet in den entsprechenden Fo- ren umschauen, oder, was eigentlich noch schöner wäre, einen Atelierbesuch vereinbaren. Der Künstler würde sich freuen. Immer wieder stößt man auf Menschen, die neben ihrem engagierten und erfolgreichen Berufs- und Privatleben auch künstlerisch ambitioniert sind. Gemeinsam ist vielen von ihnen, dass nicht Geld und außerordentliche Beachtung im Vordergrund stehen, sondern die Liebe zum Werk, die Freude an der Idee und daran, es überhaupt zu tun.

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