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TopMagazin4_2013

62 T O P K U LT U R Weihnachtszeit - Bücherzeit vorgestellt von Dorothea Gravemann, BÜCHERHAUS am Münster Vier Paare und ein Ring Raffiniert komponiert, mit einem gehörigen Schuß Humor und vielen Informationen über Wagners Ring, so begegnet einem der Roman „Vier Paare und ein Ring“ von Karin Nohr. Der Plan, mit drei anderen Paaren an vier Sonnta- gen hintereinander den Ring der Nibelungen in der Dresdner Oper zu besuchen, ist schnell gefaßt. Und so erleben wir vier bildungsbeflis- Jim und Bob eilen aus New York herbei, um ihrer Schwester und ihrem Neffen nicht nur juristisch zu helfen. Dabei brechen die bürgerlichen Fassaden, festgefügte Rollenzuweisungen in der Familie und berufliche wie persönliche Gewissheiten zu- sammen. Elizabeth Strout gelingt wieder ein tolles Portrait einer ameri- kanischen Kleinstadt, verpackt in eine berührende Familien- geschichte. Nach ihrem Roman „Mit Blick aufs Meer“, der Strout 2009 den Pulitzerpreis einbrachte, hat die Autorin wieder einen tollen gleichermaßen anspruchsvollen wie un- terhaltsamen Familienroman vorgelegt. Elizabeth Strout „Das Leben, natürlich.“ 400 Seiten, 19,99 € Verlag: Luchterhand Literaturverlag Elizabeth Strout „Mit Blick aufs Meer“ 351 Seiten, 9,99 €, Verlag: btb sene Paare nicht nur in der Oper, sondern auch auf dem Heim- weg und in den dazwischen liegenden Tagen. Dabei spiegelt sich die Dramatik des wagnerianischen Bühnengeschehens im Leben der nur scheinbar festgefügten Opernbesucher. Über- zeugend, wie es Nohr gelingt, vier höchst unterschiedliche Be- ziehungsmuster zu entwerfen und parallel zum Verlauf des Rings zu entwickeln. Ein besonderer, ein gelungener Beitrag zum Wagner-Jahr! Karin Nohr „Vier Paare und ein Ring“ 320 Seiten, 19,99 €, Verlag: Knaus Kunst, Gedichte und mehr für Kinder und Erwachsene „Wie süß das Mondlicht auf dem Hügel schläft!“, so der zauberhaft-träumerische Titel einer liebevoll gestalteten Antholo- gie zum Thema Nacht von Annette Roe- der. „Kunst, Gedichte und mehr für Kin- der und Erwachsene“ verspricht der Un- tertitel dieses auch optisch ansprechenden Bandes: vieles bei diesen Texten erkennt man sofort wieder, viele der Illustratio- nen gehören zum Faszinierendsten, was die Kunst hervorge- bracht hat. Aber es gibt auch vieles Neues zu entdecken. Dieses außergewöhnliche Hausbuch lädt ein zum Blättern, Le- sen, Betrachten, hat Texte zum Lachen, Träumen und sich woh- lig Gruseln, vor allem aber zum Staunen und Genießen. Ein schönes Geschenk auch für sich selbst! Annette Roeder „Wie süß das Mondlicht auf dem Hügel schläft! - Kunst, Gedichte und mehr für Kinder und Erwachsene“, 160 Seiten, 19,99 € Verlag: Prestel Das Leben, natürlich. Kleinstädte wirken sympa- thisch, anheimelnd und über- schaubar, aber auch been- gend, kontrollierend und lang- weilig. Shirley Falls, die Klein- stadt in Maine hat die beiden Brüder Jim und Bob nach New York getrieben. Ihre Schwes- ter Susan dagegen lebt mit ihrem verschlossenen 19-jährigen Sohn Zachary noch immer in der Heimatstadt. Als Zachary einen halbaufgetauten Schweinekopf in eine behelfsmäßige Mo- schee der muslimischen Flüchtlinge aus Somalia wirft, ist die Öffentlichkeit von Shirley Falls erschüttert. Mühlenschweigen Regionalkrimis werden von manchen Krimi- fans nicht ganz ernst genommen. Und manchmal stimmt das auch, da es den Auto- ren eher um das stimmige Lokalkolorit als um den spannenden Krimiplot geht. Der von der Kaarster Autorin Christiane Wün- sche vorgelegte Krimi „Mühlenschweigen“ ist da anders: härter, abgründiger und auch außerhalb des Nie- derrheins eine lohnende Lektüre. Ihre spannende Geschichte beginnt mit der Entdeckung einer Jungenleiche durch die Apo- thekerin Ella Berger. Der erste Tatverdacht richtet sich auf den aus der Sicherungsverwahrung entlassenen Pädophilen Kalli Schmittke.Wünsche gelingt eine packende Milieuschilderung inclusive einer gut beobachteten Jugendsprache. Hier zeigt sich, daß ein guter Krimi mehr ist als die Suche nach dem Tä- ter, sondern im Idealfall auch eine überzeugende Analyse der Gesellschaft. Christiane Wünsche „Mühlenschweigen“ 240 Seiten, 9,90 €, Verlag: Emons Charmanter Hauptkommissar Sebastian Fink, mit 34 Jahren jüngster Haupt- kommissar in Hamburg, macht es nicht nur den Leserinnen unter den Krimifans leicht, die Ge- schichten von Friedrich Dönhoff zu mögen. Denn Fink ist ebenso charmant wie clever, ebenso unsicher wie mutig und seine Fälle, drei bisher, sind ebenso spannend wie gut erzählt. Für Hamburgfans sind die Krimis ein Muss. Friedrich Dönhoff „Savoy Blues“ (Finks Erster Fall) 312 Seiten, 10,90 €, Verlag: Diogenes „Der englische Tänzer“ (Finks zweiter Fall) 292 Seiten, 9,90 € Verlag: Diogenes „Seeluft“ (Finks dritter Fall) 368 Seiten, 14,90 €

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