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TopMagazin1_2014

T O P 69 rierung und Präsentation des Epanchoirs hat man zunächst Förderer und Institu- tionen außerhalb von Neuss angespro- chen. Bei den erfolgreich gestellten An- trägen sind hier als Förderer zu nennen: Die NRW-Stiftung mit 150.000 Euro, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit 70.000 Euro, die Neuss-Düsseldorfer Hä- fen mit 50.000 Euro, der Landschaftsver- band Rheinland mit 90.000 Euro. Zwei weitere Anträge hat der Förderverein der Kulturstiftung des Rheinischen Spar- kassen- und Giroverbandes und der NRW-Stiftung vorgelegt. Darüber hinaus haben Neusser Firmen und Institutionen bereits jetzt ihre Unterstützung mit über 50.000 Euro zugesagt. Weitere Förderer und Sponsoren wird der Verein anspre- chen. Entscheidend für den Erfolg war jedoch der Beschluss des Rates der Stadt Neuss, im Rahmen des Haushaltsplanes für die Jahre 2014/2015 rund 300.000 Euro für dieses Vorhaben einzustellen. TOP Magazin: „Wie konnte die Stiftung Denkmalschutz (DSD) für dieses Projekt gewonnen werden? Könnte das Epan- choir Vorreiter für weitere Projekte die- ser Art in Neuss werden?“ Christoph Napp-Saarbourg: Das enga- gierte Ortskuratorium der DSD unter dem Vorsitzenden Dr. Wolf Hunold hat schon in den Vorgesprächen zur Restau- rierung des Epanchoirs den Neusser Heimatfreunden seine Kontakte zur DSD angeboten und erfolgreich begleitet. Was nach Beendigung des aktuellen Projek- tes weiter entwickelt wird, ist verständ- licherweise abzuwarten. Ideen liegen genug vor, um den Nordkanal im Stadt- gebiet Neuss insgesamt attraktiver zu machen. TOP Magazin: Warum ist die Restaurie- rung finanziell so aufwendig? Christoph Napp-Saarbourg: Die Restau- rierung erfordert aufwendige wasserbau- technische und schwierige, Denkmal- schutz bedingte, bauliche Arbeiten: wie Verlegung einer Wasserleitung, Vergrö- ßerung der Wasserfläche auf die ur- sprüngliche Breite des Nordkanals von 22 Metern (!), aufwendige Steinarbeiten, Bau der Treidelpfade zu beiden Seiten der neuen, größeren Wasserfläche sowie die Schaffung eines „Info-Portikus“ mit ausführlichen Erklärungen dieses tech- nisch-historischen Wasserkreuzungs- bauwerkes und zur damaligen Nordka- nalplanung insgesamt. TOP Magazin: Wer wird die Rekonstruk- tion durchführen? Christoph Napp-Saarbourg: Das detail- liert abzustimmende operative Vorgehen für die Verwirklichung von Restaurie- rung und Präsentation des Epanchoirs und seines Umfeldes wird wohl im Kern beim Tiefbauamt der Stadt Neuss liegen, in enger Kooperation mit den Stadtwer- ken Neuss und der Infrastruktur Neuss - ISN -. TOP Magazin: Was wird sich durch den Bau an der Nordkanalallee verändern? Christoph Napp-Saarbourg: Die Nordka- nalallee wird lediglich auf der Seite des Haupteinganges der St. Augustinus-/St. Josefs-Klinik bis zur Kreuzung mit der Selikumer Straße ohne nennenswerte Beeinträchtigung des Straßenverkehrs umgebaut, um die ursprüngliche Wasser- breite des Nordkanals und den Treidel- pfad einschließlich einer Holzbrücke darzustellen. TOP Magazin: Wann soll mit dem Bau begonnen werden? Christoph Napp-Saarbourg: Da die Fi- nanzierung der Restauration gesichert ist – Überraschungen bei der Durchfüh- rung der umfangreichen Arbeiten sind jedoch nicht ganz auszuschließen -, kann noch in diesem Frühjahr der sog. „1. Spa- tenstich“ oder der „1. Baggerschaufel- Zugriff“ erfolgen. Es wird mit einer Ge- samtbauzeit von 1,5 Jahren gerechnet. TOP Magazin: Was macht den Epanchoir nach Fertigstellung zu einer besonderen Attraktion? Christoph Napp-Saarbourg: Das Epan- choir wird nach der Restaurierung und mit der Präsentation eine bedeutende Sehenswürdigkeit in Neuss und so ein Anziehungspunkt für die breite Öffent- lichkeit sein. Die derzeit verbesserungs- würdige Ecke mitten in der Stadt wird ■ mit hohem Aufwand städtebaulich at- traktiv in das Straßen- und Wegenetz rund um den alten Stadtkern einbezogen. Touristen, Passanten, geschichtlich inte- ressierten Bürgerinnen und Bürgern er- öffnen wir hier an dieser Stelle die Chan- ce, die jüngere Geschichte der Stadt Neuss besser zu verstehen. TOP Magazin: Was wird für den Touris- ten letztendlich sichtbar sein, und wie funktioniert das Epanchoir? Christoph Napp-Saarbourg: Der „Info- Portikus“ rund um das dort stehende Trafo-Gebäude herum erläutert in an- sprechender Form und grafischer Gestal- tung bildlich, textlich und mit Zeichnun- gen, ja sogar vielleicht mit einem Modell das Epanchoir. Der „Info-Portikus“ bie- tet so allen, die hier interessiert verwei- len – Bürgern, Touristen, Gästen und Passanten –, umfassende Informationen. Modell, Zeichnungen und Texte erklären die Funktionsweise des Epanchoirs als Wasserkreuzungsbauwerk am Nordka- nal. TOP Magazin: Auch die deutsch-franzö- sische Freundschaft konnte dank des Sa- nierungsprojektes weiter ausgebaut wer- den. Kann das Epanchoir als Bindeglied zwischen den beiden Ländern verstan- den werden? Christoph Napp-Saarbourg: Der Förder- verein hat bereits im letzten Jahr den französischen Botschafter SE Maurice Gourdault-Montagne bei seinem Besuch in Neuss mit der Überreichung von Un- terlagen über die geplante Restaurierung des Epanchoirs am Nordkanal infor- miert. Er zeigte sich sehr beeindruckt. Auch traf sich der Förderverein mit dem französischen Generalkonsul Michel Gi- acobbi in Düsseldorf, der großes Inter- esse an unserem Projekt signalisierte und im Rahmen seiner Möglichkeiten Un- terstützung zusagte. Schließlich haben wir im Dezember 2013 den Bürgermeis- ter von Chalons-en-Champagne ange- schrieben und gebeten, hier Chalons als Partnerstadt von Neuss in geeigneter und noch abzustimmender Weise einzu- binden. Am Beispiel unseres Projektes der Restaurierung und Präsentation des Epanchoirs liegen gemeinsame ge- schichtliche Erinnerungen. Franzosen wie Deutsche und insbesondere die jun- ge Generation können dies am Objekt konkret und direkt lernen und nachvoll- ziehen. C.B. K U LT U R

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